Gmail – IMAP oder POP?

Viele Nutzer im Google Mail Produktforum wenden sich mit Anfragen zu Mailprogrammen an uns. Entweder haben sie ein Problem mit Outlook, Thunderbird und Co, oder aber sie möchten zukünftig ihre Mails aus Google Mail mit einer externen Mailsoftware abrufen und verwalten.

Für solche Fälle bietet Google Mail den Zugriff via IMAP und POP/POP3 an. Voraussetzung für die Nutzung eines E-Mail-Programmes ist zunächst, dass IMAP und/oder POP aktiviert sind. Dies kann man hier tun: https://mail.google.com/mail/?tab=Xm#settings/fwdandpop

Viel wichtiger ist aber, ob man sich nun für POP oder IMAP entscheiden möchte. Daher will ich euch an dieser Stelle einen kleinen Überblick geben und versuchen, die Unterschiede und Eigenschaften so einfach wie möglich zu erklären.

Grundsätzlich landen all eure Mails auf den Servern von Google. Hierbei unterscheidet man nun zwischen einem Server bzw Zugang zum Empfang der Mails und zum Versenden. Es gibt also einen speziellen Server bzw Teil des Servers der sich um den Empfang eingehender Mails kümmert und einen Teil, der das versenden der eigenen Mails übernimmt. Einen Posteingangsserver also und einen Postausgangsserver.

Euer Mailprogramm greift zum Senden und Empfangen stets auf diese beiden Server zurück. Beide haben unterschiedliche Funktionen und Adressen. Das erklärt auch, warum es manchmal passieren kann, dass der Empfang funktioniert, nicht aber das Senden.

Das Versenden geschieht nun in jedem Fall immer über den Server smtp.googlemail.com

Um nun in eurem Mailprogramm auch E-Mails empfangen zu können, müsst ihr euch für POP oder IMAP entscheiden.

google-mail-pop-settings

POP bedeutet, dass die Mails einfach nur aus eurem Google Mail Postfach abgeholt werden und im Posteingang eurer Mailsoftware landen. Dabei könnt ihr hier einstellen, ob abgeholte Mails auf dem Server gelöscht werden sollen oder eine Kopie dort verbleibt.

Die Mails werden nur abgeholt und alles weitere geschieht dann in eurem Mailprogramm. Dort könnt ihr die Mails in verschiedene Ordner verschieben, löschen oder im Posteingang belassen. Nachdem die abgerufenen Mails in eurem Mailprogramm angekommen sind, hat POP seine Aufgabe erfüllt.

IMAP hingegen bietet euch einen direkten Zugang zum Arbeiten auf dem Server. Statt alle Mails wie bei POP einfach nur auf euren Rechner zu laden, wird bei IMAP der Mailserver mit allen Mails und Ordnern auf euren Computer geholt. Ihr seht also 1:1 was sich auf dem Mailserver befindet.

Löscht ihr hier eine Mail, ist sie direkt auf dem Mailserver gelöscht. Verschiebst du eine Mail, wird sie auch auf dem Server verschoben. Alle Aktionen in der Mailsoftware werden also genau so auf dem Server umgesetzt.

Vorteile und Nachteile:

POP hat den Vorteil, dass alle Mails ganz einfach geladen werden und ihr alles Weitere dann in eurem Mailprogramm erledigt. Sofern ihr – wie oben beschrieben – Kopien auf dem Server belast, könnt ihr notfalls auf diese als Sicherungskopie zurück greifen.

IMAP hat für euch – unter Umständen – den Nachteil, dass in eurem Mailprogramm gelöschte Mails direkt auch auf dem Server gelöscht sind. Dafür haben Nutzer, die gerne etwas professioneller arbeiten, den Vorteil, dass alles synchron ist.

Meldet ihr euch also unterwegs oder auf der Arbeit in eurem Postfach an, habt ihr dort genau die gleiche Ordnerstruktur wie in eurer Mailsoftware. Legt ihr in Outlook also einen Ordner für „offene Rechnungen“ an und schiebt hier Mails hinein, könnt ihr auf diesen auch über die Weboberfläche an einem anderen PC zugreifen, ohne dass euer Computer zuhause eingeschaltet sein muss.

Wer also einfach nur seine Mails abrufen will, wählt POP.

Wer es professioneller wünscht, unterwegs eventuell auf die Weboberfläche zurück greift und alle Ordner synchron zum Mailprogramm zuhause haben will, wählt IMAP.

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