Gmail-Account im Urlaub verwenden

Jul 30, 2013
Allgemein
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gmail urlaubDer Sommer hat uns einigermaßen in der Hand und obwohl wir in Deutschland bestes Urlaubswetter haben, zieht es viele Menschen in andere Länder. Mit dabei – neben dem üblichen Reisegepäck – ist auch immer öfter das Smartphone, ein Tablet oder sogar der Laptop.

Google macht es uns mit Gmail einfach, von überall auf der Welt auf die eigenen Mails zuzugreifen. Sei es nun, um Urlaubsgrüße zu senden, Fotos aus den Ferien an Freunde zu verschicken oder einfach nur auf dem Laufenden zu bleiben. Neben Apps für iOS und Android kann man auch ganz komfortable über jeden Browser auf so ziemlich jedem Gerät mit Internetanbindung auf den eigenen Gmail-Account zugreifen.

Doch auch hier ist es wichtig, dass man einigte Sicherheitshinweise beachtet und das Konto am besten auf eine Reise “vorbereitet”.

 

Sicherheitstipps:

Öffentliche Rechner meiden

An öffentlichen Rechnern sollte man generell vorsichtig sein, da man nie weiß, wer im Hintergrund vielleicht mitliest. Es ist den Betreibern öffentlicher Internetcafés und Internet-Stationen ohne weiteres möglich, sämtliche Eingaben mitzulesen, bzw aufzuzeichnen. Besser ist es, wenn man hier die eigenen Geräte verwendet, die Rechner von Freunden und Bekannten, oder aber sichere Geräte bekannter Anbieter (Lufthansa Lounge, Reisezentrum, etc).

Auf verschlüsselte Verbindungen achten

Gmail verwendet mittlerweile standardmäßig die verschlüsselte Verbindung, so fern der Browser dies zulässt (alle aktuellen Browser sollten dies problemlos können). Zu erkennen ist dies in den meisten Browsern durch ein kleines Vorhängeschloss oder den Hinweis, dass man eine SSL-Verbindung verwenden.

Zwar bietet auch Gmail in einigen Browsern die Möglichkeit, eine unverschlüsselte Verbindung zu verwenden – dies ist jedoch alles andere als ratsam.

Gerade in öffentlichen Netzwerken wie z.B. Hotspots an Flughäfen, Hotels, Restaurants, usw besteht die Gefahr, dass andere Nutzer mitlesen. Da sich alle Nutzer im selben Netzwerk befinden, ist es möglich, den Netzwerkverkehr der anderen Nutzer mitzulesen. Dazu gehören dann auch Logindaten wie Benutzernamen, Mailadressen, Passwörter, usw.

Eine verschlüsselte Verbindung sorgt dafür, dass der Transportweg der Datenpakete vom Rechner zum Server geschützt ist. Andere Nutzer im selben Netzwerk können dann also nicht mehr einfach so mitlesen.

Dauerhafte Sitzungen vermeiden

Bei der Anmeldung im eigenen Gmail Konto hat man die Möglichkeit, automatisch angemeldet zu bleiben. Diese Option sollte beim Anmelden auf keinen Fall gesetzt werden. Den entsprechenden Haken also nicht setzen. Die Anmeldung soll nur so lange bestehen bleiben, wie man gerade selbst auf das Konto zugreift – nicht darüber hinaus.

angemeldet bleiben

 

Abmelden

Nachdem man das Konto auf neue Mails überprüft und etwaige Mails versendet hat, ist es ganz wichtig, dass man sich komplett abmeldet. Dazu rechts oben einfach auf das eigene Bild klicken, um das Menü zu öffnen. Rechts unten findet man dann den Button zum abmelden.

Gmail abmelden

 

Sitzungen überprüfen:

Im Posteingang findet man ganz unten rechts einen Hinweis zur letzten Aktivität. Dort sieht man, wie lange der letzte Zugriff her ist. Zudem kann man hier auf Details klicken, um eine Liste der letzten Zugriffe zu erhalten.

Gmail letzte Aktivitäten

 

War man nun in einem Internetcafé, Hotspot oder einem sonstigen öffentlichen Rechner angemeldet, kann es nicht schaden, beim nächsten Login einen Blick in diese Liste zu werfen. Nur um sicher zu gehen, dass kein weiterer Zugriff stattfand.

 

Sperrungen vorbeugen

Die Google Server achten sehr genau auf alle Anfragen und überprüfen, was rein kommt und raus geht. Daher werden Angriffe und Zugriffsversuche von Angreifern oft schon blockiert, bevor der eigentliche Login vollzogen ist. Einer der Anhaltspunkte für einen unberechtigten Zugriff ist der Standort des Nutzers, welcher u.A. über die IP festgestellt werden kann.

Halte ich mich also um 9 Uhr morgens in Köln auf und rufe meine Mails ab, ist es sehr unwahrscheinlich, dass ich 2 Stunden später plötzlich meine Mails aus China abrufe und kurz danach vielleicht aus Australien oder Brasilien.

Genau diese Überprüfung könnte unter Umständen aber dafür sorgen, dass man selbst nun keinen Zugriff mehr hat. Gerade wenn man vielleicht eine größere Reise oder sogar über mehrere Länder plant, ändert sich die IP entsprechend häufig. Man ruft dann nachts vielleicht nochmal die Mails am Flughafen via Hotspot ab, ist gleichzeitig über das Smartphone verbunden und nutzt in beiden Fällen deutsche IPs.

Kurze Zeit später landet man in einem anderen Land und das Handy wählt sich am dortigen Flughafen erneut ins Internet ein und ruft Mails ab. Ist man dann eine Stunde später im Hotel, verbindet man vielleicht noch den Laptop mit dem hoteleigenen WLAN.

All die unterschiedlichen Zugriffe über verschiedene Anbieter mit verschiedenen IPs und vor Allem verschiedene Länder könnten die Server dazu bewegen, anzunehmen, dass etwas nicht stimmt. Ich habe selbst mehrfach erlebt, wie Nutzer sich im Forum meldeten, weil eben genau dies eingetroffen war und man plötzlich ohne Zugriff auf den eigenen Mailaccount im Ausland dasteht.

Daher ist es wichtig, dass man schon im Vorfeld dafür sorgt, dass die Server das Konto als sicher erachten und nicht so empfindlich auf wechselnde IPs und Standorte reagieren.

 

Sicherheit erhöhen und Konto vorbereiten

codeIm Prinzip kann man mit einem einzigen Schritt die Sicherheit erhöhen, das Problem durch “Mitleser” aus der Welt schaffen und die Server davon abhalten, zu vorschnell auf eigene Login-Versuche zu reagieren. Das Zauberwort lautet hier Bestätigung in 2 Schritten.

Ist diese aktiviert, benötigt man zusätzlich zum Passwort noch einen 6-stelligen Zahlencode, den einem das eigene Handy zur Verfügung stellt.

Vorteil #1

Angreifer kommen selbst dann nicht in das eigene Konto, wenn sie irgendwie an die Mailadresse und das Passwort kommen. Sie benötigen zusätzlich noch den Code – und dieser ändert sich jede Minute.

Vorteil #2

Meine eigenen Tests haben gezeigt, dass die Server viel gelassener auf Zugriffe mit unterschiedlichen IPs und Standorten reagieren. Man kann also aus dem Ausland auf das Konto zugreifen, ohne fürchten zu müssen, dass der Zugang sofort blockiert wird.

Durch die Bestätigung in 2 Schritten hat man also zum einen selbst viel größere Sicherheit, ist zum anderen aber nicht so schnell in Gefahr, den Zugang zu verlieren.

 

Extra Tipps für die Reise:

Tipp1

Der Code für die Bestätigung in 2 Schritten kann über eine App oder per SMS angezeigt werden. Nutzt man die App und richtet sie zuhause ein, funktioniert sie künftig offline. Man kann an einem beliebigen Rechner also auch dann noch online gehen, wenn das Smartphone keine Verbindung hat. Bei der SMS muss man zumindest eine funktionierende Verbindung zum Mobilfunknetz haben.

Tipp 2

Auch wenn man die App nutzt, um den jeweils gültigen Zugangscode zu erhalten, kann man zusätzlich eine Handynummer hinterlegen. Auf diese wird dann der Code gesendet, falls man die App mal nicht zur Hand hat. Hier empfiehlt es sich, die Nummer eines zweiten Handys anzugeben (Ehemann/frau, Partner, Kinder, etc). Wird das eigene Smartphone gestohlen, geht verloren/defekt oder der Akku ist leer, kann man auf diesem Gerät den aktuell gültigen Code per SMS erhalten.

Tipp 3

Nach der Einrichtung kann man sich die Notfallcodes anzeigen lassen. Diese auf jeden Fall ausdrucken und sicher aufbewahren. Für den Fall, dass man weder auf die App, noch auf die angegebene Handynummer Zugriff hat, sorgen diese Codes dafür, dass man trotzdem in das eigene Konto kommt. Mit diesen Codes hat man also 10 Notfall-Zugriffscodes (Auch nützlich, wenn man generell keinen Zugriff mehr auf die App hat und die Einstellungen aufrufen muss, um ein neues Handy einzurichten).

Beachtet man diese Tipps und Hinweise, sollte es keine Probleme geben. Auch im Urlaub steht der eigene Gmail-Account jederzeit zur Verfügung und kann sicher genutzt werden.

Ich wünsche eine gute Reise 🙂

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