Mails von Strato Servern kommen in Gmail nicht an

Jun 15, 2013
Allgemein
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strato logoSchon seit längerer Zeit gibt es immer wieder Probleme mit Webseiten/Firmen und dem Zusammenspiel zwischen Strato und Gmail – aber auch Strato und anderen Anbietern.

Strato ist ein Anbieter für Webspace und komplette Server/vServer und wird scheinbar gerne von verschiedenen Firmen verwendet, für die Versandprobleme natürlich besonders ärgerlich sind.

Nun kommt es in den Google Hilfeforen immer wieder zu Anfragen, da Mails von Strato-Servern in Gmail einfach nicht zugestellt werden.

 

Strato GPF Suche

 

Gerade für Unternehmen bedeutet dies, dass weit mehr als 400 Millionen (potentielle) Kunden nicht erreichbar sind.

Des Rätsels Lösung ist dabei ganz einfach – Strato-Server landen regelmäßig auf verschiedenen Blacklists.

Wie es scheint, werden die Strato Server wohl mit gewisser Regelmäßigkeit für den Versand von großen Mengen an Spammails verwendet. Dabei kann es zum einen möglich sein, dass Server illegal übernommen werden – zum anderen aber auch, dass es tatsächlich die eigenen Kunden sind.

So oder so – das Ergebnis ist, dass die Gmail Server ab einem gewissen Spamaufkommen einfach komplett dicht machen, um Nutzer und Server vor diesem großen Spamaufkommen zu schützen.

Das Problem ist dabei, dass Strato für eine große Anzahl von Nutzern den selben Mailserver verwendet. Wenn dieser Aufgrund eines Missbrauchs(Spam)  nun geblockt wird, werden auch alle anderen “Mitbenutzer” gesperrt, da diese sich die selbe IP-Adresse teilen.

Halb so wild, könnten optimistische Nutzer nun denken – ich lasse mir einfach eine andere IP-Adresse geben. Diese Idee hatte z.B. auch spirou von wildchicken.net

Strato beantwortete seine Anfrage dann aber wie folgt:

Ich verstehe Ihre Aussage sehr gut, jedoch müssen wir hierbei beachten, dass die Zuweisung einer neuen IP nicht bzw. sehr schwer einzurichten ist. Bitte haben Sie noch ein wenig Geduld, wir arbeiten bereits an einer Lösung.

Das Problem ist nun, dass Strato angeblich seit Monaten an diesem Problem arbeitet, sich hier aber überhaupt nichts tut. Oder aber man weist die Schuld einfach von sich. Dies äußert sich dann in weiteren Standard-Texten, die an fragende Kunden versendet werden (auszugsweise):

Bedauerlicherweise hat Google die IP-Adressen einiger unserer E-Mail Server auf die Blacklist gesetzt, da vereinzelt Spam von gehackten E- Mailpostfächern an Googlemail Konten gesandt wurde. STRATO ist bereits seit einiger Zeit mit Google in Kontakt, jedoch gestaltet sich das Entfernen von einer Blacklist ungleich schwieriger, als das Hinzufügen auf eine Blacklist.

oder auch

Sie haben festgestellt, dass von Ihnen versendete E-Mails blockiert werden, weil STRATO als vermeintlicher Spam-Absender auf der Blacklist von spamcop.net oder auf einer ähnlichen Liste geführt wird.

Wir möchten Ihnen versichern, dass uns dieser Umstand bereits bekannt ist und wir bereits sämtliche Schritte unternommen haben, um von dieser Liste (und ggf. anderen ähnlichen Listen) entfernt zu werden. Leider sind einige Betreiber von Spam-Listen hier nicht immer kooperativ.

Im zweiten Text hat man dann zumindest verstanden, dass es nicht einfach nur Google ist, sondern besagte Strato-Server ganz allgemein auf verschiedenen Blacklists gelandet sind. Allerdings funktioniert das Ganze nicht so, wie man es sich vorstellt bzw. mit den Kunden kommuniziert. Es genügt eben nicht, dass man mit diversen Spamlisten und Anbietern Kontakt aufnimmt und eine Löschung von der Blacklist beantragt. Dann wären diese Listen ja völlig unnütz. Hier von “nicht immer kooperativ” zu sprechen, ist also falsch.

Es ist vielmehr so, dass man hier daran arbeiten muss, den Spam – welche von den eigenen Servern ausgeht – einfach einzudämmen. Es funktioniert nun Mal nicht, dass man einerseits eine Löschung von der Blacklist wünscht, andererseits aber weiterhin Spam versendet (die Server und deren Nutzer – nicht Strato selbst).

Dass man betroffene Kunden nicht einfach eine neue und saubere IP zuteilt ist für mich im Übrigen nicht wie von Strato beschrieben zu erklären. Ich vermute eher, dass hier die Kosten eine Rolle spielen. Viele Nutzer auf einem Server mit einer IP sind nun mal günstiger, als weitere Server mit unterschiedlichen IPs und jeweils weniger Nutzern.

Natürlich kann man nun argumentieren, dass man jederzeit einen eigenen Server mit eigener IP wählen kann. Es muss normalen Nutzern mit üblichen Webspace-Tarifen aber  ebenso möglich sein, Mails problemlos zu versenden. Hier leiden einige ehrliche Nutzer unter wiederholtem Missbrauch durch andere Nutzer.

Zudem ist es für mich sehr auffällig, dass bei solchen Problemen immer wieder Strato-Server betroffen sind. Die offiziellen Google Produktforen liefern hier in der Suche des Gmail-Forum bereits 159 Ergebnisse zu Strato. Das Problem ist dort so bekannt, dass von den TCs im Forum bei derartigen Problemen direkt gefragt wird, ob es sich um einen Strato-Server handelt.

Strato GPF

 

 

Nun glaube ich nicht, dass es immer wieder gehackte Server von unbedarften Kunden sind. Wäre ja schon sehr seltsam, wenn diese “Opfer” ausgerechnet immer bei Strato landen.  Es darf also davon ausgegangen werden, dass hier tatsächlich auch eigene Kunden am Werke sind. Gerade bei Missbrauch durch die eigenen Kunden könnte man zudem den Eindruck gewinnen, dass es irgendwie gebilligt wird, so lange der Kunde weiter zahlt. Schaut man sich die verschiedenen Erfahrungen im Internet an, ergibt sich schnell ein dazu passendes Bild. Scheinbar reagiert Strato nur sehr zögerlich oder überhaupt nicht auf Missbrauchsmeldungen.

Beschwerde Strato

Quelle: http://de.reclabox.com/beschwerde/36608-strato-berlin-strato-ag-laesst-spam-ueber-stratoserver-verschicken

Ich fasse nochmals zusammen:

Von Strato-Servern wird regelmäßig eine hohe Anzahl von Spam versendet. Dadurch landen diese Server – zurecht – auf diversen Spamlisten bzw Blacklists. Da bei Strato sehr viele Nutzer einen gemeinsamen Mailserver mit der gleichen IP verwenden, sind durch diese Blockade auch all jene Nutzer betroffen, die keinen Spam versenden.

Dies ist also kein Problem, dessen Lösung bei Google und anderen Anbietern zu suchen ist. Es gibt dafür nur 2 Lösungen:

1. Strato regiert endlich und dämmt den Spamversand ein

2. Ihr wechselt den Server/Anbieter und zieht auf eine saubere IP um

Auf keinen Fall solltet ihr euch aber von Strato einreden lassen, dass man nichts dafür könnte und die bösen Spamlisten Schuld sind. Diese Spamlisten sind unabhängig und es gibt einfach gute Gründe, warum die Strato Server dort gelistet werden. Dies geschieht nicht einfach so.

Es liegt also an Strato, endlich tätig zu werden und dafür zu sorgen, dass der Missbrauch durch Spammer aufhört.

 

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